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Implementierung von Strategien: Rhythmus und Rituale

19. April 2021

Implementierung einer Strategie: Mit diesen 8 Prinzipien gelingt sie

Viel zu viele mühsam entwickelte Unternehmens- und Markenstrategien scheitern an ihrer Implementierung. Wir nennen die wichtigsten Grundsätze, damit Ihrem Unternehmen das nicht passiert. Einer davon: Übergeben Sie Ihren Mitarbeitenden die Verantwortung.

Dieser Artikel wurde aktualisiert am 18. Juli 2022.

Das Gefühl kennt jeder, der schon mal eine neue Unternehmensstrategie mitaufgebaut hat: Alle Beteiligten sind glücklich, erleichtert und motiviert: Jetzt kann's endlich losgehen mit der Umsetzung! Aber das Entwickeln einer Strategie ist das eine – ihre Implementierung jedoch etwas völlig anderes.

Die Wahrheit ist: Dieser Übergang zwischen Theorie und Praxis ist eine Herausforderung. Es bedarf größter Aufmerksamkeit und Geduld, wenn die Inhalte einer Strategie ins Unternehmen hineingetragen werden, denn ein halbherziges Commitment kann und wird für eine erfolgreiche Implementierung nicht ausreichen. Es gilt, Mitarbeitende zu motivieren, notwendige organisatorische Veränderungen anzustoßen und dabei, selbstverständlich, das Tagesgeschäft nicht aus den Augen zu verlieren.

Wie gelingt eine erfolgreiche Strategieimplementierung? Welche Erfolgsfaktoren muss man beachten, um eine zeitgemäße, effiziente Implementierung voranzutreiben und durchzusetzen? Welchen Prinzipien muss man folgen, um...

  • Mitarbeitende zu motivieren und einzubinden?
  • eine zeitgemäße Kultur mit dem viel bemühten „agilen Mindset" zu etablieren?
  • eine Organisation so zu transformieren, dass sie gut auf Veränderungen reagieren kann?
  • die Strategie neben dem Tagesgeschäft umzusetzen?

Schauen Sie sich hier die Aufzeichnung von dem Webinar "Warum Implementierungen von Strategien oft scheitern – und wie Sie mit OKR Ihre Markenstrategie aktivieren" mit Maximilian List und Colin Fernando an: Aufzeichnung

Keine Frage, das sind herausfordernde Aufgaben. Mit diesen acht Grundsätzen kann die Implementierung der Unternehmensstrategie beziehungsweise Markenstrategie gelingen:

1. Das Alignment Prinzip:

Stellen Sie alle Abteilungen auf das Zielbild der Organisation ein, damit die Vision realisiert werden kann.

Welche Vision, welches Zielbild haben Sie in der Strategie festgehalten? Richten Sie nach diesem Zielbild Ihre gesamte Organisation aus: Vom Management über die Abteilungen und Teams bis hin zu den einzelnen Mitarbeitenden. Nur dann wird die Vision im gesamten Unternehmen gelebt und ihre maximale, aktivierende Dynamik in allen Wirkungsbereichen entfaltet. Legen Sie auf Führungsebene fest, wie das nächste Jahresziel lautet, um diesem Schritt für Schritt näher zu kommen. Berücksichtigen Sie bei der Zielformulierung stets, wofür Ihre Marke steht und was für Werte Sie vertreten. Von diesem Jahresziel ausgehend können dann Quartalsziele abgeleitet werden. Das ist sozusagen eine Mini-Vision, mit der Sie festhalten, welchen Zustand Sie in den nächsten drei Monaten erreichen wollen, um letztendlich dem Jahresziel näher zu kommen.

2. Das Transparenz Prinzip:

Klären Sie jeden Mitarbeitenden über die Strategie auf und setzen Sie auf Teamwork.

Strategie ist Managementsache? Nicht ganz. Wenn innerhalb der Organisation transparent gemacht wird, wer gerade an welchem Teil des Zielbildes arbeitet, können alle Beteiligten gefährliche „Blind Spots" schneller entdecken. Es sind die Mitarbeitenden, die einen erheblichen Beitrag für eine erfolgreiche Implementierung leisten, weil sie aus ihrer Erfahrung im Tagesgeschäft schöpfen und im direkten Austausch mit ihrer Zielgruppe stehen – ihren Kunden. Dafür braucht es Transparenz. Die Zeiten sind vorbei, in denen die einzelnen Abteilungen nicht wissen dürfen, was die andere macht. Unternehmen, die so denken, sind nicht mehr zukunftsfähig.

3. Commitment:

Leben Sie die neue Strategie in der Organisation vor und begeistern Sie ihre Mitarbeitenden.

Auch wenn das Zielbild vom Management vorgegeben wird: Für eine erfolgreiche Strategieumsetzung ist es notwendig, dass sich nicht nur Führungskräfte dem Ziel verpflichtet fühlen. Nur motivierte und eingebundene Mitarbeitende fühlen sich der gemeinsamen Vision verpflichtet und leisten ihren Beitrag. Leben Sie die neue Strategie vor, schaffen Sie einen Handlungsrahmen, der durch die Mitarbeitenden mit Leben gefüllt wird und beweisen Sie, dass Sie hinter dem neuen Wandel stehen.

4. Intrinsische Motivation:

Machen Sie jedem Mitarbeitenden bewusst, dass sie einen entscheidenden Beitrag zur Implementierung leisten und laden Sie zur Mitgestaltung ein.

Eine Strategie, die Mitarbeitenden einfach übergestülpt wird, ist zum Scheitern verurteilt. Mitarbeitende zu zwingen, entfaltet kein langfristiges Commitment oder eine emotionale Bindung zum Unternehmen – und führt schon gar nicht zu einer Kulturtransformation. Fördern Sie stattdessen die intrinsische Motivation Ihrer Mitarbeitenden. Dies gelingt, indem Sie diese frühzeitig einbinden. Ermitteln Sie: Was kann jede/r Einzelne zum Erreichen des Zielbilds beitragen? Signalisieren Sie Offenheit und geben Sie ihren Mitarbeitenden das Gefühl, dass Verbesserungsvorschläge sowie neue Ideen und Anregungen erwünscht sind, damit neue Perspektiven eingenommen und für die Implementierung berücksichtigt werden können.

5. Selbstorganisation:

Befähigen Sie Ihre Mitarbeitenden, damit ein markenkonformes Auftreten im gesamten Unternehmen gelebt wird.

Engagement und Motivation erreichen Sie mit Rahmenbedingungen, innerhalb derer die Mitarbeitenden die Implementierung selbst organisieren können. Wie bitte? Mitarbeitende sollen die Strategieumsetzung zum großen Teil selbst organisieren? Ja, das klingt womöglich verrückt – aber wenn Sie eine Transformation des Unternehmens anstreben, die den Herausforderungen der Zukunft gewachsen ist, kann das nur mit einer Unternehmenskultur gelingen, in der Beteiligte eigenverantwortlich handeln (dürfen). Mitarbeitende müssen die Strategie und ihren Handlungsspielraum verstehen können, damit sie bestmöglich und markenkonform umgesetzt werden kann. Nicht ohne Grund heißt es „Culture Eats Strategy For Breakfast". Sorgen Sie also dafür, dass Mitarbeitende Ziele selbst setzen, kontrollieren und anpassen können.

6. Kurze Zyklen:

Nutzen Sie die Unternehmenskultur als Treiber für mehr Agilität und Flexibilität in Ihrer Organisation.

Zehnjahrespläne haben ausgedient, unsere Welt dreht sich zu schnell. Vielmehr geht es darum, eine Vision zu verfolgen. Und es geht darum, eine Unternehmenskultur zu pflegen, die auf Veränderungen reagieren kann, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren. Denken Sie in Zyklen. Das bedeutet: Überprüfen Sie regelmäßig die gesetzten Ziele und deren Erreichung. Steuern Sie nach, passen Sie an. Sorgen Sie dafür, dass das gesamte Unternehmen auf die gesetzten Ziele und die Strategie einzahlt, um eine nachhaltige und markenkonforme Wirkung erzielen zu können. Verlieren Sie nicht den Fokus, denn die Kultur entwickelt sich stetig und selbstständig weiter. Fragen Sie sich daher: Entsprechen die Ziele noch unserer Vision? Zahlen die Ziele weiterhin auf unsere Markenwerte ein? Was muss kulturell geschehen, damit wir Quartals- und Jahresziel erreichen? Ein gleichmäßiger Rhythmus und auch Rituale führen dazu, dass sich – neben der Zielerreichung – die Denkhaltung generell ändert, bei sich und den Mitarbeitenden. Willkommen auf dem besten Weg zum „agilen Mindset".

7. Strategischer Fokus:

Setzen Sie Prioritäten und einen klaren Fokus für sich selbst und Ihre Mitarbeitenden.

„Wie soll ich das neben dem Tagesgeschäft noch schaffen?" – „Dafür habe ich einfach keine Zeit!" Solche Sätze hört man oft, wenn man sich zu Beginn einer Strategieimplementierung mit den Mitarbeitenden unterhält. Der Grund für solche Aussagen sind meistens Führungskräfte, die der Implementierung nicht genügend Priorisierung einräumen und ihre Mitarbeitenden nicht dazu befähigen. In einem solchen Fall soll die Strategieumsetzung „irgendwie", schnell und nur partiell geschehen. Eine wirksame Implementierung sieht aber anders aus. Führungskräfte tragen die Verantwortung, dass sie gelingt. Sorgen Sie also dafür, dass sich die Mitarbeitenden auf die Umsetzung konzentrieren können. Legen sie gemeinsam Phasen und Zeiten fest, die alle Beteiligten zur Verfügung haben, um mit entsprechendem Fokus an einer erfolgreichen Strategieumsetzung zu arbeiten.

8. Stetige Verbesserung:

Seien Sie geduldig und nutzen Sie die Implementierung, um Synergien in der Organisation freizusetzen.

Die sieben zuvor beschriebenen Prinzipien führen dazu, dass eine Vision und ein Zielbild für alle konsequent verfolgt werden muss. Durch Selbstorganisation wird die Eigenverantwortlichkeit in der Kultur verankert. Das Arbeiten in Zyklen ermöglicht es, sich neuen Faktoren anzupassen und angemessen zu reagieren. Diese stetige Reflexion und Verbesserung führt letztendlich dazu, dass in der Organisation das notwendige Mindset entsteht, mit dem eine Implementierung gelingt und die gesetzten Ziele erreicht werden. Seien Sie geduldig, denn die Implementierung einer Strategie nimmt Zeit und Kraft in Anspruch – doch die Bemühungen werden sich lohnen.

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