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Growth Mindset - Photo by Porapak Apichodilok from Pexels

Nachhaltiges unternehmerisches Wachstum geht nur mit dem persönlichen Wachstum der Mitarbeiter. Photo by Porapak Apichodilok from Pexels 

Persönliches und unternehmerisches Wachstum: zwei Seiten einer Münze

Wer sein Unternehmen voranbringen will, muss dafür sorgen, dass die Mitarbeiter nicht in ihren Gewohnheiten verharren. Sie brauchen ein „Growth Mindset“: Lust, sich persönlich weiterzuentwickeln, Vertrauen in sich selbst und Freude am Wandel.

Langfristig sind es Menschen mit einem ‚Growth Mindset’, die ein Unternehmen voranbringen, weil sie sich immer wieder zu neuen Spitzenleistungen motivieren.

Warum scheitern Wachstumsstrategien immer wieder, so substantiiert und visionär sie auch sein mögen? Obwohl sie von Chefs und Mitarbeitern begeistert begrüßt wurden? Die unangenehme Wahrheit ist: Es liegt nicht an den Wettbewerbern und auch nicht an Kunden, die angeblich „mal wieder nichts verstehen". Es liegt am Unternehmen selbst.

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Credit: @Grumpy Cat

Ganze Branchen irren durch das wilde Gestrüpp unzähliger technologischer Entwicklungen. Und die Mitarbeiter? Sie zweifeln, hadern – und fallen zurück in ihre bewährten alten Handlungsmuster. Auf die Frage: „Warum handelt Ihr Unternehmen so und nicht anders?" kommt gern die Antwort: „Das haben wir schon immer schon so gemacht." Hier wirkt eine Mischung aus Glaubensätzen, Gewohnheiten und Erfahrungen, auch Unternehmenskultur genannt. Sie ist stärker als jede strategische Ambition.

Strategie ändert man schneller als Kultur", sagt Ernst Fehr, Professor für Mikroökonomik und experimentelle Wirtschaftsforschung. Wer den Menschen und sein Wesen genauer betrachtet, kann das leicht nachvollziehen. Während in der Unternehmenskultur Verhaltensweisen erlernt, ja geradezu automatisiert sind, fordert eine Strategie die menschliche Vorstellungskraft heraus und kann nur mithilfe eisernen Willens und konsequenter Handlungen Realität werden. Eine Strategie ist bewusst, die Kultur jedoch unterbewusst, instinktiv. Für eine erfolgreiche Umsetzung einer neuen Strategie bedarf es zunächst eines „Kulturchecks".

Das bedeutet: Eine Strategie funktioniert nur, wenn sie die vorherrschende Kultur berücksichtigt.

Die Gewohnheit: Freund und Feind der Strategie

Gewohnheiten sind Verhaltensmuster, die so häufig wiederholt werden, bis sie dermaßen routiniert ausgeführt werden, dass keine großartigen Überlegungen mehr angestellt werden. Der Vorteil: Auf diese Weise wird Komplexität reduziert und Energie gespart. Der Nachteil: Wir denken nicht nach, bevor wir handeln. Also produzieren wir die immer gleichen Resultate – ob sie uns gefallen oder nicht.

Gewohnheiten sind aber auch die kleinen Schwestern der Marken. In der operativen Markenführung sind Gewohnheiten – also feste Verhaltensmuster – unsere stärksten Verbündeten (siehe auch den Glossarbeitrag Markenrituale). Im besten Fall wird Ihre Marke selbst zur Gewohnheit Ihrer Kunden. Wird eine solche jedoch missachtet, bekommt sie schnell eine sabotierende Dynamik.

Gelassenes Agieren – wichtig in einer instabilen Umwelt

Bei aller Geschwindigkeit der technologischen Entwicklungen und Marktdynamiken unterliegt unsere genetische Evolution einer gewissen Anpassungsträgheit. Das menschliche Gehirn ist in seiner Struktur seit rund 10.000 Jahren unverändert und pflegt bis heute eine Aversion gegenüber neuem. Wir sind es gewohnt, Veränderungen als negativ zu empfinden, sie verunsichern uns.

Das bedeutet: Selbst wenn unser Verstand die neue Strategie begrüßt, wehrt sich unser Unterbewusstsein dagegen. Sorgen, Zweifel, Angst alarmieren uns – und zwingen uns in Sicherheit gebende Gewohnheiten. Ist die Reproduktion des gestrigen Verhaltens doch die verlässlichste Art den morgigen Tag vorherzusagen – oder nicht?!

Growth Mindset: der Beschleuniger für eine effektive Implementierung

Die erste große Herausforderung einer Strategieimplementierung ist es daher, den Mitarbeitern eine neue Perspektive zu eröffnen. Die zwei Zauberworte, um gegen die instinktive Ablehnung von Veränderungen vorzugehen, lauten „Growth Mindset".

Dieser Begriff stammt von Carol Dweck, Professorin für Psychologie an der Standford, Harvard und Columbia University und gewinnt in der Unternehmensentwicklung an Popularität. Menschen mit einem „Growth Mindset" glauben, dass ihre Fähigkeiten, ihre Intelligenz und ihr Durchhaltevermögen mit der richtigen Schulung weiterentwickelt werden können. Sinngemäß: Nicht jeder ist Einstein, aber besser geht immer!

Menschen mit einem „Growth Mindset" freuen sich über Herausforderungen. Sie suchen immer nach Strategien, sich zu verbessern und nutzen ihre Fehler, um sich weiterzuentwickeln. Das Gegenteil von Growth Mindsets sind „Fixed Mindsets". Menschen mit dieser Einstellung glauben, ihre Fähigkeiten und Intelligenz sind feste, angeborene Eigenschaften. Sie haben Angst vor Fehlern und nehmen Feedback häufig persönlich.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien untermauern: Mitarbeiter mit einem „Fixed Mindset" sind häufig die Leistungsträger eines Unternehmens – zunächst. Sie erfüllen die Aufgabe, für die sie eingestellt wurden mit Bravour. Langfristig jedoch sind es jedoch die Kollegen mit einem „Growth Mindset", die das Unternehmen voranbringen: weil sie sich immer wieder zu neuen Spitzenleistungen motivieren. Sie sehen das Ungewisse nicht als Bedrohung, sondern als Chance. Für sie ist die Weiterentwicklung der eigentliche Sinn ihres Handelns.

Wer Wandel will, muss von ihm überzeugt sein

Jede Art des Wachstums befindet sich im „Raum des Unbekannten". Die wichtigste Zutat in der Entwicklung eines Growth Mindsets ist daher Vertrauen. Für mehr Agilität und Wachstum sollten Unternehmen ihre Mitarbeiter unterstützen ein „Growth Mindset" zu entwickeln.

Ein Mensch mit einem „Growth Mindset" vertraut seinen Fähigkeiten. Es gibt ihm die Gelassenheit und Überzeugung, neue Herausforderungen bewältigen zu können. Dazu kommt der Glaube an Machbarkeit/Bewältigung großer Ziele. Ein großes Zielbild motiviert und stärkt seinen Willen zur Veränderung. Dieses Ziel muss so verlockend sein, dass alle Schmerzen, die während des Veränderungsprozesse erlitten werden könnten, kein Hindernis mehr sind.

Ein solches „Growth Mindset" ist das Fundament anpassungsfähiger Organisationen. Wie können Unternehmen also ein unternehmensübergreifendes „Growth Mindset", das heißt eine den Wandel begrüßende Unternehmenskultur kreieren? Es bedarf eines gemeinsamen Bewusstseins für die eigenen Fähigkeiten als auch eines großen gemeinsamen Zielbilds. Das Wesen der Marke als hochverdichteter Sinn – und als Bedeutungssystem – bietet genau das. Sie managt das Spiel zwischen Vergangenheit und Zukunft, gibt Sicherheit und Freiheit. Die Marke ist das einzige Wirtschaftssystem, mit dem Vertrauen systematisch aufgebaut und gemanagt werden kann – intern wie extern. Mit der Marke kann der Wandel gelingen.

Was ist die schnellste Route zu nachhaltigem unternehmerischem Wachstum? Sorgen Sie für das persönliche Wachstum Ihrer Mitarbeiter – wenn jeder einzelne wächst und alle gemeinsam nach einem motivierenden Zielbild streben, ist das Unternehmenswachstum nur noch eine notwenige Konsequenz.

 

Haben Sie Fragen zu dem Artikel oder wünschen weitere Informationen? Wir freuen uns über Ihre E-Mail.

 

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