Webinar am 23. September

Wandlungsfähigkeit

Unternehmenskultur als Wettbewerbsvorteil: Auf dem Foto ist eine Damenmannschaft aus dem Teamsport zu sehen, die gemeinsam einen Erfolg feiert

Wandlungsfähigkeit in der Permakrise: Warum Wissen allein noch keinen Wandel bewirkt

Wir leben in einer Permakrise: Äußere Faktoren zwingen Unternehmen fortlaufend zur Veränderung. Ob daraus tatsächlich etwas wird, entscheidet sich aber nicht draußen, sondern innen, am Mindset. Und genau das wird schwierig, wenn im Unternehmen zwei Geschwindigkeiten herrschen: Die einen wollen vorangehen, die anderen halten an dem fest, was bislang getragen hat.

Genau daraus entsteht eine Frage, die selten offen gestellt wird:

Wie viel unterschiedliches Tempo hält eine Kultur aus, bevor sie zerbricht?

  • Und was braucht es, damit aus Wissen über Veränderung tatsächlich verändertes Verhalten wird?
  • In diesem Webinar geht Nicole Pöhner diesen Fragen nach und zeigt, welche Rolle Mindset und Kultur spielen, wenn Wandlungsfähigkeit nicht nur behauptet, sondern gebraucht wird.

Für Führungskräfte und Entscheider, die spüren, dass Tempo und Richtung im eigenen Unternehmen auseinanderlaufen und wissen wollen, was das mit der Kultur zu tun hat.

Aufzeichnung

Das Webinar fand bereits statt. Fordern Sie die Aufzeichnung bei Eva Stockhausen an.

Top 3 Learnings aus dem Webinar

1. Extrinsisch vs. intrinsisch: Wandel scheitert nicht am Wissen, sondern am Wollen

Volatilität ist keine Ausnahme mehr, sie ist der Normalzustand. Ob die nächste Disruption kommt, steht nicht mehr zur Debatte. Offen ist nur, ob Ihre Organisation aus eigener Kraft darauf antworten kann. Die meisten Unternehmen kennen nur eine Form von Wandlungsfähigkeit: die extrinsische. Sie wird durch einbrechende Margen, neue Wettbewerber oder Regulierung ausgelöst. Die Menschen fügen sich, aber sie engagieren sich nicht. Deshalb wirkt dieser Wandel reaktiv, er erschöpft und er bricht leicht, denn er hält nur so lange wie der Druck. Intrinsische Wandlungsfähigkeit dagegen speist sich aus Sinn, Wirksamkeit und dem eigenen Wachstum. Sie trägt auch ohne Krise. Die beste Strategie nützt nichts, wenn niemand sie verfolgen will.

2. Eine Strategie wirkt nur, wenn die Kultur mitzieht

Wirkung entsteht erst, wenn drei Ebenen übereinstimmen: 

  • der Kopf: Strategie, "Ich verstehe"
  • das Herz: Kultur, "Ich will es"
  • die Hand: Umsetzung, "Ich habe es getan" 

Viele Transformationen scheitern an einer Lücke zwischen diesen Ebenen. Das neue Geschäftsmodell Y ist ausgerufen, gedacht und gehandelt wird aber weiter nach dem alten X. Entscheidend ist die Ebene, die am schwersten zu verändern ist, nämlich das Mindset. Dort wirken Glaubenssätze, also unausgesprochene Überzeugungen wie "Wachstum ist anstrengend" oder "Kultur bildet sich von selbst". Sie steuern Entscheidungen, Führungsstil und Kommunikation. Wer sie sichtbar macht, prüft und gezielt umdeutet, verändert das Fundament der Kultur und nicht bloß ihre Oberfläche. Es geht dabei nicht um eine richtige oder falsche Kultur. Es geht um die Kultur, die zur Strategie passt.

3. Wandlungsfähigkeit ist eine Führungsinvestition

In jeder Organisation gibt es zwei Geschwindigkeiten: 

  • die, die vorangehen
  • die, die bewahren wollen

Beide haben gute Gründe. Die Unterschiede selbst sind also nicht das Problem. Kritisch wird es erst, wenn niemand sie anspricht. Im Webinar zeigte sich, dass darüber meist nur unter vier Augen gesprochen wird. Ohne psychologische Sicherheit bleibt diese Spannung unsichtbar und blockiert den Wandel. Neue Glaubenssätze verankern sich nicht über Plakate an der Wand. Sie verankern sich über gelebte Verhaltensnormen, über Rituale und darüber, wie Erfolge gefeiert und Fehler behandelt werden. Sie verankern sich auch über die Sprache und das Narrativ des Unternehmens, vor allem aber über Führung. Das mittlere Management kann Impulse setzen. Die gesamte Organisation verändert sich aber nur, wenn die Spitze den Wandel vorlebt. Oder mit Edgar Schein gesagt: "Kultur ist nicht das Problem, das gelöst werden muss. Sie ist das Medium, in dem Lösungen wachsen müssen."

Nicole Pöhner, Senior Consutlant BrandTrust

Nicole Pöhner, Senior Consultant

Nicole Pöhner ist Expertin für die Entwicklung anziehungsstarker Marken- und Employer-Branding-Strategien. Ihr Fokus liegt auf dem Ansatz, Unternehmenskultur nicht als weiches Zusatzthema, sondern als das Scharnier zwischen Strategie und Umsetzung zu verstehen. Als den Ort, an dem sich entscheidet, ob ein Markenversprechen im Alltag auch eingelöst wird. Strategien lassen sich kopieren, Kulturen nicht: Genau das macht Kultur für sie zu einem eigenständigen Wachstumshebel.