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Sinn-Vakuum füllen - Mitarbeiter und Kunden brauchen eine sinnhafte Idee, die sie unterstützen und mitgestalten können.

Wir müssen das Sinn-Vakuum füllen, das durch das Wegbrechen tradierter Institutionen entstanden ist. Mitarbeiter und Kunden brauchen eine sinnhafte Idee, die sie unterstützen und mitgestalten können.

Die Resilienz schwindet – das können wir unternehmen

Artikel

Abstract
Zukunft, Zukunft, Zukunft war das Motto unseres 16. Future Circles. Wir befassten uns mit der Corona-Krise und wie sie das Konsum- und Entscheidungsverhalten verändern wird. Eine Workshop-Gruppe befasste sich mit dem Thema Resilienz. Die Ergebnisse schildern wir in diesem Artikel. Vielen Dank an alle Teilnehmenden dieses erkenntnisreichen Workshops!

Mit unserer Resilienz steht es – auch wegen der Corona-Krise – nicht zum Besten. Was sind die Ursachen? Und wo können Unternehmen ansetzen, um die Widerstandskraft von Mitarbeitern, Kunden und Marke zu stärken?

Es gibt zwei Trends, die lassen tief blicken: Wir Menschen sehnen uns nach mehr „Mental Wellbeing" und sozialen Bindungen, ermittelte das Beratungsunternehmen TrendsActive. Das lässt die Schlussfolgerung zu: Die Resilienz unserer Gesellschaft ist geschwächt. Wir sind erschöpft und sehnen uns nach Unterstützung.

Was hat zu dieser Schwäche geführt? Was kann die Resilienz von Menschen, Unternehmen und Marken wieder stärken? Das diskutierten wir uns in unserem alljährlich stattfindenden BrandTrust Future Circle. Die Ergebnisse des Workshops lesen Sie in diesem Beitrag. So viel vorweg: Nicht nur die Corona-Krise hat zu dieser Schwäche beigetragen. Vielmehr haben wir es mit einer grundlegenden Entwicklung zu tun.

Was schwächt unsere Resilienz?

Gegenwärtig gefährden fünf Aspekte die gesellschaftliche Stärke:

  1. Stress durch Komplexität: Wir beobachten eine steigende Komplexität in allen Lebensbereichen. Sie wird hervorgerufen durch einen Überfluss an Informationen und Möglichkeiten. Dazu kommt unser Streben nach ständiger Selbstoptimierung, mit dem wir uns unter Druck setzen. Der Stress steigt außerdem durch die Angst, etwas zu verpassen (FOMO = fear of missing out).
  2. Verunsicherung durch Transparenz: Die Menschen erhalten mehr Informationen und Einblicke als je zuvor, etwa wenn es um Bewertungen von Marken geht. Man denke nur an die Vielzahl an Kommentaren zu Hotels und Restaurants. Die Digitalisierung ist das Vehikel dieser niedrigschwelligen und geradezu omnipräsenten Transparenz . Dazu kommt die „vermeintliche Transparenz", die wir etwa mit „Fake News" erfahren. Diese Fülle verunsichert uns, es fehlt uns an Interpretationskraft.
  3. Immer schneller, höher, weiter: Wir erfahren eine erhöhte Geschwindigkeit in vielen Lebensbereichen. Insbesondere Realtime-Lösungen, die mit der Digitalisierung entstanden, sind eine Triebfeder: etwa Smartphones, Videokonferenzen, Datenaustausch via Cloud. In Kombination mit den ersten beiden Themenfeldern „Komplexität" und „Transparenz" wirkt die Geschwindigkeit wie ein Katalysator.
  4. Überlastung statt Überblick: Spätestens seit der Aufklärung bestimmt logikgetriebenes Handeln das Verhalten des modernen Menschen. Wir haben das Verlangen, alles rational-wissenschaftlich zu ergründen und zu verstehen. Dieser quasi-faust´sche Forscherdrang kommt wegen der Vielzahl an Herausforderungen, auf die ständig reagiert werden muss, zusehends zu kurz.
  5. Verlust an klaren Regeln: Etablierte Institutionen verlieren an Autorität. Insbesondere die Kirchen, die über Jahrhunderte die Deutungshoheit über unser Leben beanspruchten, werden in Frage gestellt. Statt strenger Regeln „von oben" erleben wir heute ein großes Maß an Sensibilität, die in einigen Fällen sogar als Hypersensibilität zu bezeichnen ist: Man denke an die vielen Diskussionen, etwa um die Form der „Ampelmännchen" oder das Gendern in allen Variationen.

Eine kleine Geschichte der Resilienz

Insbesondere in einer „satten" Gesellschaft wie in Deutschland, in der große gemeinsame Ziele (etwa der Wiederaufbau in den 50er und 60er Jahren) weniger geworden sind, scheint die Gefahr einer schwindenden Resilienz groß.

Sicher: Unsere Resilienz wurde schon immer herausgefordert – man denke nur an geschichtliche Zäsuren wie die beiden Weltkriege. Ohne Zweifel haben sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland immer wieder stark verändert – und damit auch ihr Einfluss auf die Resilienz.

Dennoch: In unserer aktuellen VUCA-Welt, die von Digitalisierung und Corona-Krise geprägt ist, nehmen wir eine Potenzierung dessen wahr, was unserer Resilienz schaden kann.

Um unseren Status quo besser einordnen zu können, haben wir in unserem Future-Circle-Workshop eine Grafik entworfen. Sie visualisiert im Groben, wie sich die Gesellschaft in Deutschland seit 1850 entwickelt hat. Sie verdeutlicht die Abkehr von starken moralischen und kirchlichen Institutionen sowie das Ablegen des Überlebensmodus (er war von Industrialisierung und kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt), hin zu Selbstverwirklichung und säkularem Verhalten.

Veränderungen der Gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der Einfluss auf die Resilienz

Die zwei Achsen:

Überleben/Selbstverwirklichung: Ist eine Gesellschaft im Überlebensmodus, in dem Essentielles für das tägliche Leben als nicht selbstverständlich gilt? Oder hat eine Gesellschaft den Survival-Modus überwunden und tritt ein in die Phase des Strebens nach Selbstverwirklichung?

Orthodox/Säkular: Ist die Gesellschaft orthodox geprägt – werden also moralisch-kirchliche Institutionen stark anerkannt? Oder befindet man sich in einem säkular geprägten Umfeld, in dem der Einfluss der Institutionen minimiert oder negiert wird?

Es sind also zahlreiche Entwicklungen, welche die Resilienz unserer Gesellschaft herausgefordert haben, immer wieder aufs Neue. Die Resilienzschwäche ist also durchaus kein neues Phänomen. Dennoch brauchen wir jetzt Lösungen, um die aktuelle Delle zu überwinden.

Resilient durch die VUCA-Welt – Tipps für Unternehmen

Wie können Unternehmen und Marken dazu beitragen, die geschwächte Resilienz wieder zu stärken? Immerhin führt diese, so ist zu befürchten, zu langfristigen, existenziellen Problemen. Die drei großen Bereiche, in denen Unternehmen zur Stärkung beitragen können, sind:

  1. Sinn/Purpose: Wir müssen das Sinn-Vakuum füllen, das durch das Wegbrechen tradierter Institutionen entstanden ist. Das ist ein zentraler Punkt. Jeder, der Mitarbeiter oder Kunde ist, sollte eine sinnhafte Idee erkennen, deren Nutzen er erkennt und an die er andocken kann.

    Ein prägnantes Beispiel aus vergangener Zeit: Während der Apollo-Mission, die durch die JFK-Rede 1962 in Texas („we will bring a man on the moon and back") gestartet und durch den Gedanken vom All als „the new frontier" getragen wurde, konnte jeder erkennen, warum es das Programm gibt und was damit erreicht werden soll.

    Klar, heute gibt es andere Themen, die im Fokus stehen – sie können aber, richtig gespielt, genauso sinnstiftend sein. Man denke allein an die Bedeutung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit.

  2. Handeln, das auf Ausprobieren und Fehlertoleranz basiert: Es bedarf einer lustvollen Art der Zusammenarbeit, die auf gemeinsames Ausprobieren und Entdecken beruht. Durch ein gemeinsam erlebtes Scheitern und Gewinnen wächst eine Gruppe zusammen. Alle Beteiligten entwickeln gegenseitiges Vertrauen, das direkt auf die Resilienz einzahlt.

  3. Ein „sicherer Hafen": Kunden und Mitarbeiter brauchen einen klar definierten und verbindlich zugesicherten Rahmen, dessen Grenzen unverbrüchlich für alle gelten. Das kann sich zum Beispiel auf die sichere Finanzierung einer Initiative beziehen, auf klare Entscheidungswege oder auf einen Ort der Zusammenarbeit.

Sind diese drei Faktoren gegeben, steigert das insgesamt die Resilienz – wobei sich die Handlungsperspektiven von Mitarbeitern, Kunden und Unternehmen freilich unterscheiden.

Unternehmen sollten ihr Mindset überprüfen

Für Unternehmen und Marken wäre ein Resilienz-Radar, mit dem sie drohende Krisen erkennen können, sicher von Vorteil. So könnten sie schwächende Bedrohungen erkennen. Außerdem sollten Unternehmen beachten: Handlungen, mit denen die Resilienz gestärkt werden soll, wirken sich auf die Unternehmenskultur aus.

Das Resilienz-Management ist kein „Linien-Thema", das standardisiert abläuft – etwa wie die Buchhaltung. Nein, es ist ein Führungsthema, weil wir immer wieder neue Entscheidungen brauchen, um durch unsere komplexe VUCA-Welt zu kommen. Es ist ein „Neverending Project".

Weitsichtige Unternehmen arbeiten jetzt engagiert daran, die Resilienz ihrer Mitarbeiter und Kunden zu stärken. Denn von allein kann diese nicht entstehen, Konsumenten, Mitarbeiter und Marken brauchen eine engagierte Unterstützung.

 

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel? Dann freuen wir uns auf Ihre E-Mail.

 

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