Telefon E-Mail Social Media
X
Telefon
Nürnberg:
Tel. +49 911 933 57 80

Wien:
Tel. +43 1 890 2018
Social Media
Follow us:
YouTube Twitter Facebook
Instagram Xing LinkedIn
Bildquelle: © kevron2001 / Fotolia

Prinzipien und Werte geben Unternehmen den nötigen Halt, um sich in stürmischen Zeiten wie der Digitalisierung weiterentwickeln zu können. Bildquelle: © kevron2001 / Fotolia  

3. Leitgedanke: Technologien sind austauschbar – deine Haltung nicht

Abstract
Dieser Beitrag ist der 2. Teil der Serie "10 Leitgedanken zur Digitalen Agenda für Deutschland und Europa". Sie entstand dank der vielfältigen Inspirationen auf dem Giga-Gipfel, zu dem unser Partner Jürgen Gietl eingeladen war. Fünfzig Vordenker – Vorstandschefs, Internetpioniere und Zukunftsforscher – starteten in Sölden das "Digitale Manifest des 21. Jahrhunderts für Deutschland und Europa". Die Initiatoren waren deutsche Leitmedien wie Handelsblatt, Zeit und Wirtschaftswoche.

Unternehmen brauchen klare Prinzipien, mit denen sie sich deutlich vom Wettbewerb abgrenzen. Denn je digitalisierter, technologischer die Angebote werden, desto mehr sehnen sich Konsumenten nach Differenziertheit und Individualität.

Je weiter die Digitalisierung voranschreitet, desto gleicher werden digitale Produkte, Services und Prozesse. Und desto mehr werden Menschen nach den Unterschieden dieser Angebote suchen.

Es ist kein Geheimnis, dass geistige Beweglichkeit die Voraussetzung für den digitalen Umbau ist. Und diese intellektuelle Flexibilität kann trainiert werden. Das wurde auf dem Giga-Gipfel sehr klar.

Als intellektuelles Warm-up luden Miriam Meckel, Herausgeberin der „Wirtschaftswoche", und Léa Steinacker, Chief Digital Officer der „Wirtschaftswoche" die Mitglieder zum Gehirnjogging ein. Sie durften sich an der Gestaltung leerer Kreise austoben.

Der Regelbruch – ein Erfolgsbaustein

Die Ergebnisse fielen höchst unterschiedlich aus. „Wir haben in der Regel die Angewohnheit, innerhalb des Kreises zu denken – lasst uns außerhalb von Kreisen denken", sagte Léa Steinacker. Es gehe um das Denken ohne vorgegebene Grenzen.

„Sei offen, trau' dir das Gegenteil von dem zu, was du derzeit denkst. Habe den Mut, auch zu zerstören", heißt deshalb eine der Regeln, die in das „digitale Manifest von Sölden" aufgenommen werden sollen.

Starke Marken verletzen häufig Regeln, sie brechen alte Denkmuster ihrer Branchen auf. Das macht sie in ihrer Überzeugung, Differenzierung und Leistungskraft noch stärker.

Resilienz statt Trägheit und Labilität

Grenzen überwinden: Das schaffen viele Menschen nur, wenn sie in sich gefestigt sind oder Halt bekommen. Sollten sie in unsicheren Zeiten – des Wandels, der Zerstörung oder des Neuen Denkens – keinen Halt haben, führen Veränderungen schnell zu Unsicherheit, Unklarheit und Unfreiheit.

Mut beweisen, offen sein für Neues, Gewohnheiten über Bord werfen – häufig wird ein solches Verhalten gleichgesetzt mit dem Verletzen von Prinzipien, Werten und Haltung. Doch das Gegenteil ist der Fall: Wenn diese klar erkennbar sind und bewusst eingesetzt werden, wirken sie wie ein starker Anker, mit dem sie sich im Sturm flexibel bewegen und weiterentwickeln können.

Alissia Iljaitsch, Expertin für digitale Innovation, plädiert dafür, den digitalen Spielplatz mit Mut zum Experiment zu betreten – allerdings müssen auf diesem Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sein: „Ein guter Spielplatz ist so gebaut, dass er auch einen sicheren Ort besitzt", sagte die Strategin.

Unsere BrandTrust-Studie zur Markenresilienz von Technologiemarken zeigt deutlich: Zukunftsfähig sind jene Unternehmen, die mit Hilfe ihrer Marke ihre Agilität erhöhen – aber gleichzeitig den Handlungsrahmen und die Überzeugungen nutzen, welche die Marke in sich trägt.

Vom Getriebenen zum Überzeugungstäter

Das Mantra des Giga-Gipfels gab Hannes Ametsreiter aus. Der Vorstandschef von Vodafone fordert, statt frustrierender Pilgerfahrten ins Silicon Valley zu Google und Apple, sich endlich auf die Stärken der Industrie Deutschlands – also auf sich selbst – zu besinnen und sie in die digitale Zukunft zu überführen.

„Gehe deinen eigenen Weg. Baue auf deine Stärken in Europa", fordert Ametsreiter. Es geht also nicht darum, nur neue Technologien und digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Es geht darum, sich bewusst zu machen ...

  • warum man das tut
  • wofür man steht
  • ob man glaubwürdig auf seine Stärken und Charakteristika aufbaut
  • was man bezweckt
  • welchem Zukunftsbild all das folgt.

Erst danach gilt es, überlegene Angebote für die Kunden zu gestalten – mit neuen technologischen Möglichkeiten, Digitalisierung und künstlicher Intelligenz.

Haltung schafft die nötige Differenzierung

Je digitalisierter, je technologischer die Lösungen der Unternehmen werden, desto mehr sehnen sich Kunden nach Differenziertheit und Individualität. Diese Tendenz war bereits während der 3. Industriellen Revolution (mit den Möglichkeiten der Massenanfertigung in gleicher Qualität) zu erkennen. Je ähnlicher Produkte und Services wurden, desto stärker suchten Unternehmer und Kunden nach Möglichkeiten, sich von anderen abzugrenzen.

Je weiter die Digitalisierung voranschreitet, desto gleicher werden digitale Produkte, Services und Prozesse – und desto intensiver werden Menschen nach den Unterschieden suchen. Wenn diese im Angebot selbst nicht zu erkennen sind, müssen umso mehr Haltung, Charakteristik und Ursache der jeweiligen Spitzenleistung erkennbar werden: mit Hilfe ihrer Marke.

 

Weitere Insights und Handlungsempfehlungen erhalten Sie beim BrandBootcamp mit dem Markenexperten und Buchautor Jürgen Gietl.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel? Alexandra Fischbäck freut sich über Ihre E-Mail.

 

Die Serie "10 Leitgedanken zur Digitalen Agenda für Deutschland und Europa":

1. Leitgedanke: Wir brauchen "Made in Germany" – und keine Silicon-Valley-Kopien

2. Leitgedanke: Wer Bedeutung skaliert, schafft Wachstum

4. Leitgedanke: „I have a dream" statt „I have a plan"

5. Leitgedanke: Unsere Spitzenleistung braucht mehr Wertschätzung

6. Leitgedanke: Mit Daten zu mehr Empathie

7. Leitgedanke: Auf Schnittstellen und Services kommt es an

8. Leitgedanke: Das Ende der Einzelkämpfer

9. Leitgedanke: Auf den Menschen fokussieren

10. Leitgedanke: Digitaler Umbau braucht geistige Flexibilität

Weitere Artikel zu diesem Thema

Artikel

17. Dezember 2018, Digitale Agenda für Deutschland und Europa

10. Leitgedanke: Digitaler Umbau braucht geistige Flexibilität

Mehr erfahren

Artikel

15. Oktober 2018, Markenführung im B2B

B2B: So überzeugen Sie Ihren CEO von der Kraft der Marke

Mehr erfahren

Meistgelesene Artikel

Artikel

18. Februar 2019, Markenführung

Was ist Markenführung?

Mehr erfahren

Artikel

14. Januar 2019, Pharmabranche

Teil III: Employer Branding in der Pharmabranche – zwei Best Practices

Mehr erfahren