Blog 2026
Learning Journey Texas
Learning Journey zur SXSW und NASA
Vom 10. bis 15. März 2026 reisen wir mit einer Gruppe nach Texas: 2 Tage Vorprogramm in Houston (u.a. mit NASA-Besuch) und 3,5 Tage South by Southwest in Austin.
In Houston treffen wir uns mit spannenden Persönlichkeiten, besuchen Universitäten, Unternehmen und das Space Center. Danach fahren wir gemeinsam nach Austin zum größten Digitalfestival der Welt, der South by Southwest.
Wir berichten hier live von unseren Erkenntnissen und teilen Eindrücke aus Texas.
Die unterschätzte KI und echte Erlebnisse - Tag 3 auf der SXSW
Der letzte Tag in Austin brachte die technologischen Entwicklungen der Woche zurück auf die menschliche Ebene. Hier sind die drei finalen Impulse unserer Reise:
1. KI-Angst verstehen: Wert trifft auf Unsicherheit
Warum löst KI aktuell so viel Unbehagen aus? Die Forschung zeigt: Angst entsteht immer dann, wenn uns etwas persönlich wichtig ist (z. B. die berufliche Identität) und gleichzeitig Unsicherheit über die Zukunft herrscht.
Strategischer Ansatz: Statt Angst zu ignorieren, müssen Marken und Führungskräfte den Dialog suchen. Was fasziniert uns, was verunsichert uns? Nur durch diese aktive Auseinandersetzung entsteht Akzeptanz für Transformation.
2. Die Renaissance der Live-Experience
Trotz digitaler Dominanz bleibt das physische Erleben unersetzlich. Der Grund: Serendipity – der wertvolle Zufall einer ungeplanten Begegnung.
Das Learning für Event-Marken: Zufall darf keine Ausrede für mangelnde Planung sein. Die Kunst liegt darin, Räume so zu gestalten, dass diese "besonderen Momente" entstehen können. Echte Bedeutung entsteht durch bewusste Inszenierung des Unvorhersehbaren.
3. KI ist keine Blase, sondern ein Fundament
Im Gespräch mit der Expertin Rana el Kaliouby wurde klar: Während einzelne Firmenbewertungen schwanken mögen, wird das Gesamtpotenzial von KI eher unterschätzt.
Menschzentrierte Technologie: Die technologische Entwicklung ist rasant, doch das Korrektiv bleibt menschlich. Fähigkeiten wie Empathie werden nicht ersetzt, sondern durch KI als zentrale menschliche Differenzierungsmerkmale sogar noch wertvoller.
Wir verlassen Texas mit vollen Notizbüchern. Von der NASA über Buc-ee's bis zur SXSW zeigt sich: Die Zukunft gehört denjenigen, die Technologie mutig adaptieren, ohne dabei die menschliche Relevanz und kulturelle Identität aus den Augen zu verlieren.
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Burnout, KI als Partner und Quantum Marketing - Tag 2 auf der SXSW
Ein weiterer intensiver Tag auf der SXSW in Austin hat gezeigt: Die Spielregeln für Marketing und Führung werden gerade neu geschrieben. Hier sind die drei wichtigsten Impulse:
1. KI-Evolution: Der Aufstieg zum Sparringspartner
Wir erleben gerade einen massiven Rollenwechsel: "Vom Doer zum Decider".
Insight: KI ist nicht mehr nur ein Werkzeug für Fleißaufgaben, sondern entwickelt sich zum strategischen Sparringspartner.
Konsequenz: Erfolg definiert sich künftig weniger über das "Handwerk" der Umsetzung, sondern über die Fähigkeit, Ergebnisse kritisch zu analysieren, einzuordnen und mutige Richtungsentscheidungen zu treffen.
2. Burnout als strukturelle Herausforderung
Eine steile These des Tages: "Burnout ist das neue Normal."
Strategischer Blick: Wenn Erschöpfung systemisch wird, reicht individuelles Zeitmanagement nicht mehr aus. Organisationen müssen Resilienz als festen Bestandteil ihrer Marke und Kultur verankern, um langfristig leistungsfähig und als Arbeitgebermarke attraktiv zu bleiben.
3. Marketing: Mut gegen die Aufmerksamkeitskrise
In einer Welt voller Adblocker und Skip-Buttons ist Aufmerksamkeit die härteste Währung.
Das Learning: Alte Marketing-Mechaniken greifen nicht mehr. Marken müssen radikaler werden: Klare Kante zeigen, etablierte Muster bewusst brechen und Relevanz durch echte Mehrwerte statt durch reine Frequenz erzeugen.
Menschlichkeit im Zeitalter der KI - Tag 1 auf der SXSW
Der erste offizielle Tag auf der South by Southwest (SXSW) war geprägt von unerwarteten Impulsen und der Frage: Was macht uns als Menschen in einer technisierten Arbeitswelt unersetzbar?
1. Das Unausgesprochene managen: Trauer im Job
Ein "Serendipity-Moment" führte uns in eine Session über Tod und Trauer im Arbeitskontext.
Insight: Während Unternehmen für Burnout oder Stress längst Programme haben, bleibt der Umgang mit Verlust oft ein Tabu.
Learning: Starke Organisationskulturen zeichnen sich dadurch aus, wie sie mit menschlichen Ausnahmesituationen umgehen. Es braucht Strategien für Empathie, um Teams in Krisenzeiten stabil zu halten.
2. KI vs. Mensch: Haltung schlägt Analyse
Künstliche Intelligenz ist unschlagbar darin, Daten zu verdichten und Zusammenhänge zu erkennen. Doch sie neigt zur "Gefälligkeit" (Affirmation).
Der Differenzierungspunkt: Der Mensch bleibt dort entscheidend, wo es um Einordnung, Haltung und echte Richtungsentscheidungen geht. KI liefert die Basis, aber das Profil einer Marke entsteht durch menschliches Urteilsvermögen.
3. Authentizität ist kein Buzzword
Zum Abschluss mahnte Rohit Bhargava an, Begriffe wie Authentizität und Verletzlichkeit nicht als Marketing-Floskeln zu missbrauchen.
Strategischer Kern: Diese Werte entfalten ihre Kraft erst, wenn sie im Inneren einer Organisation wirklich gelebt werden. Echte Verbindung entsteht nicht durch perfekte Fassaden, sondern durch den Mut zur Ehrlichkeit.
Von der Kult-Raststätte zum weltgrößten Digitalfestival
Heute ging es für uns von Houston nach Austin - mit einem Stopp bei Buc-ee's, einer Raststätte mit einigen Weltrekorden und Besonderheiten.
1. Buc-ee's: Branding durch Problemlösung
Der Stopp bei Buc-ee's war ein echtes Highlight. Mit bis zu 100 Zapfsäulen und riesigen Supermärkten besetzt die Marke eine Nische durch radikale Spezialisierung:
- Fokus auf "Roadtrip-Pain-Points": Extrem saubere Toiletten ("World's Cleanest Restrooms") und frisch zubereitetes, auf Wunsch gesundes Essen als Differenzierungsmerkmale.
- Mut zur Lücke: Keine Trucks, keine Sitzplätze. Die Marke setzt klare Grenzen, um ihr Versprechen an Familien und Reisende ("Stop & Go") konsequent einzulösen.
2. Austin & SXSW: Agilität als Stadtkonzept
In Austin angekommen, zeigt sich die South by Southwest (SXSW) von einer neuen Seite. Da das Convention Center neu gebaut wird, muss die Stadt improvisieren – und tut dies mit beeindruckender Flexibilität:
- Adaptive Strategie: Das Festival wandert stärker in den öffentlichen Raum; Straßensperren schaffen neue Begegnungsflächen.
- Ökosystem-Denken: Hier zieht eine ganze Stadt an einem Strang, um ihre wichtigste Marke trotz Großbaustelle erlebbar zu machen.
NASA, Unternehmenskultur und Rodeo - Tag 2 des Vorprogramms
Der zweite Tag unserer Learning Journey führte uns von den Sternen direkt auf die Straße. Der rote Faden: Wie eine starke interne Kultur Höchstleistungen ermöglicht.
1. NASA: Die Macht der Sprache
Beim Besuch der NASA wurde deutlich: Eine Mission wie die bemannte Raumfahrt funktioniert nur durch eine gemeinsame Identität.
Insight: Sprache prägt das Denken. Wie eine Organisation über ihre Ziele spricht und für viele Kontaktpunkte einen spezifischen Namen hat, bestimmt die Bedeutung, die Mitarbeitende ihrer Arbeit beimessen.
Fazit: Technologie ist das Werkzeug, aber die gemeinsame Vision ist der Treibstoff für Leidenschaft und Teamarbeit.
2. SelecTransportation: Wertschätzung als Standard
Der Kontrast zum Nachmittag bei SelecTransportation (Freightliner & Western Star Trucks) hätte optisch kaum größer sein können, die Parallelen in der Markenführung waren jedoch verblüffend:
Hier zeigt sich Qualität nicht in komplexen Algorithmen, sondern in einer tiefen Wertschätzung für die Mitarbeitenden, sauberen Werkstätten und echtem Kundenfokus.
Kultur wird durch Räume für Qualität und menschliche Entscheidungen erlebbar gemacht.
3. Das Learning: Menschen im Zentrum
Egal ob High-Tech-Raumfahrt oder Truck-Handel – herausragende Ergebnisse entstehen dort, wo Werte und Menschen im Mittelpunkt stehen. Wer eine große Mission verfolgt, muss zuerst in die Kultur investieren, die diese Mission trägt.
Moonshots, Kontraste und Entertainment - Tag 1 des Vorprogramms
Der Auftakt unserer Learning Journey in Houston stand ganz im Zeichen der Kontraste: Wir durften mit Wirtschaftsanwälten und -förderern, dem Consul General von Deutschland und Experten für internationale Beziehungen diskustieren. Wir waren zu Besuch im Ion District - "Houston's innovation community" - entwickelt von der Rice University. Am Abend ging es zum NBA Spiel der Houston Rockets. Auch kulinarisch gab es Kontraste: Exquisites Mittagessen (Afromex-Küche inkl. Vermittlung der Spitzenleistungen) und Fast Food beim Basketball.
3 zentrale Erkenntnisse haben wir mitgenommen:
1. Identität schafft Stabilität
Texas setzt auf eine radikal klare Positionierung: Business-Freundlichkeit durch minimale Regulierung. In unsicheren Zeiten wird diese Verlässlichkeit zum entscheidenden Standortvorteil. Stabilität entsteht hier aus einer konsequenten Identität.
2. Das Challenger-Mindset
"We take nothing for granted." Erfolg wird in Houston nicht als Status quo, sondern als tägliche Aufgabe verstanden. Diese Kombination aus "Moonshot-Thinking" (inspiriert durch JFKs Rede an der Rice University) und strategischer Diversifizierung im Ion District zeigt, wie sich ein traditioneller Energie-Standort neu erfindet.
3. Entertainment statt Fankultur
Der Besuch bei den Houston Rockets (NBA) verdeutlichte den Unterschied zur europäischen Sportwelt: Weniger klassische Atmosphäre, dafür maximales Erlebnis-Marketing. Aus Markensicht eine Lektion in Sachen radikaler Kundenorientierung und Monetarisierung jedes Kontaktpunkts.
Fazit
Ein Tag zwischen radikaler Vision und pragmatischer Umsetzung. Houston beweist: Wer die Zukunft gestalten will, darf den Erfolg von gestern niemals als gegeben hinnehmen.

















































