Quelle: Domotex

Auf der Messe Domotex wurde die Bedeutung von Marken für den Geschäftserfolg diskutiert.

Markenanalyse

Domotex: Die Einrichtungsbranche braucht strapazierfähige A-Marken

15. Januar 2012 - Wenn sich ein Einrichtungsunternehmen als starke Marke etablieren will, braucht es Stolz und einen eisernen Willen.

Am 14. Januar eröffnete in Hannover eine Messe von Weltrang: die Domotex 2012, die weltgrößte Messe für Teppich- und Bodenbeläge. 1400 Aussteller aus über 60 Ländern präsentieren sich dort. Und wie jedes Jahr drängen sich Besucher aus allen Ländern durch die Hallen: Groß-, Fach- und Möbelhändler, Architekten, Innenarchitekten, Designer und Handwerker – immer auf der Suche nach Inspirationen und Neuheiten für den Wohn- und Objektbereich.

Die Aussteller geben auf der Messe ihr Bestes. Doch wie sieht es mit ihren Marken aus? Antwort: Wenn es um Marken, Markenstrategien und Markenführung geht, haben Einrichtungsunternehmen in der Regel einiges nachzuholen. In ihren Branchen haben sich bislang nur wenige starke Marken etabliert. 

B-Marken werden durch Handelsmarken ersetzt

Was muss ein Einrichtungsunternehmen tun, wenn es als starke Marke überzeugen will? Das Wichtigste: es muss danach streben, eine A-Marke zu werden. Für B-Marken sieht es düster aus, denn diese werden durch Handelsmarken ersetzt werden. Je nach Taktung einer Branche geschieht dies früher oder später, aber es wird geschehen – auch in der Einrichtungsbranche.

Dazu sollten sich Hersteller bei der Markenentwicklung auf das konzentrieren, was sie auszeichnet: ihre Historie, Authentizität, bewiesene Exzellenz, Bekenntnis, Verantwortung, Integrität, Könnerschaft, Tradition, Stolz, Kompetenz, Loyalität, Aufgeschlossenheit, Innovationskraft, Risikobereitschaft, Unternehmergeist und vieles mehr.

Davon profitiert ein Hersteller aber nur, wenn er sich dessen permanent bewusst ist, dies konsequent pflegt und den unbändigen Willen entwickelt, sich nicht mehr vom Markt die Preise diktieren zu lassen.

Gute Chancen für Premium- und Luxusmarken

Hierbei scheint der Fokus auf Premium- und Luxusmarkenkäufer lukrativ: Der Großteil der in den nächsten 10 Jahren vererbbaren Vermögen wird aus Immobilienbesitz bestehen. Damit werden Erstellungskosten gespart, was wiederum Kapital für Renovierungsarbeiten freisetzt. Daher sind hier sicher die meisten Premium- und Luxusmarkenkäufer zu finden.

Zieht man die 18% reinen Schnäppchenkäufer in Deutschland ab und vergleicht die restlichen 82% mit der demografischen Entwicklung und den Wohlstandsindices, ergibt sich Potential von rund einem knappen Viertel des Marktes für den Premiumbereich und 8% für den Luxusbereich.

Eine Marke ist für jeden Marktteilnehmer sinnvoll, der sich nicht das Spiel der anderen aufzwingen lassen will. Für jeden, der noch genug Stolz auf die eigene Leistung empfindet und sich deshalb nicht zum Privat-Label-Produzenten oder Lohnfertiger degradieren lässt.

Zu den Voraussetzungen gehört hierzu der Wunsch nach dauerhafter unternehmerischer Unabhängigkeit und ein Mindestmaß an Wachstum und Rendite.

 Leseempfehlung:

» Fallende Preise sind keine Lösung: So bleiben Händler erfolgreich

Klaus-Dieter Koch: Managing Partner, Brand Consultant, Markenberater