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Die Marke Europa hat ihre transformative und bindende Kraft verloren, weil sie selbst nicht weiß, welche Werte sie vertritt und welche bessere Zukunft sie schaffen will. Verwässert, bürokratisiert, entmenschlicht. 

Nach dem Brexit: Europa darf nicht zum „Out-Brand“ werden

Das ist, was Marke Europa nach dem Brexit braucht: ein neues radikales Versprechen, jenseits der reinen Vernunft – als „Good Brand“ der Welt.

Nun auch die Briten. Nach der IS mit ihren Attentaten von Paris von außen, zersetzt sich Europa nun auch von innen. Europa und seine Befürworter sind in ihrer Bindungskraft so schwach, dass selbst die einstige Weltmacht – die „coolen“, weltläufigen Briten – ein „Klein-Britannien" Europa vorziehen. Wie konnte es so weit kommen?

Die Marke Europa hat ihre transformative und bindende Kraft verloren, weil sie selbst nicht weiß, welche Werte sie vertritt und welche bessere Zukunft sie schaffen will.  Verwässert, bürokratisiert, entmenschlicht. Sie ist einfach out. Jeder kennt sie, keiner mag sie. „Fehlt die Vision, zerfallen Ordnungen", hat schon der chinesische Staatsweise Konfuzius gesagt. Marken funktionieren als „Konzepte des Wünschenswerten", als Sinngeber jenseits von Produktleistungen genauso. Und Europa? Macht gerade keinen Sinn mehr.

Menschen kaufen Ideen, nicht Produkte

Was ist also unsere dramatische Mission, was ist die zentrale Markenidee Europas?  Worin liegt der höhere Sinn, die Bedeutung schafft jenseits von bürokratischen Regeln, dem Euro und der Wirtschaft? Wie uns früher Steve Jobs mit dem iPhone oder heute Elon Musk dank anziehender Ideen wünschenswerte Produkte verkauften, für die Menschen Schlange stehen, braucht Europa heute eine faszinierende Zukunftsidee, der sich die Menschen Europas anschließen wollen. Wie können wir uns wieder selbst lieben?

Wir brauchen ein „Europe 2030“-Programm. Oder, amerikanisch: „Make Europe Great Again“


Wie kann das aussehen? Was würde der Welt fehlen, wenn es Europa nicht mehr gäbe? „Nie wieder Krieg“ war der Schöpfungsmythos, jetzt braucht es, wie es der Journalist Jakob Augstein treffend bemerkt, vielleicht die neue Idee – „Nie wieder Ungerechtigkeit.“ 

Rückwärtsgewandte Rechtspopulisten wie Donald Trump („Make America Great Again“), AFD, Geert Wilders in Holland oder die FPÖ („Österreich den Östereichern“) haben so viel Zulauf, weil es Abgehängte der Globalisierung gibt, die keine Perspektive für sich sehen und so sich eine Vergangenheit zurückwünschen, wie sie nie war. Sie formulieren ein klares Bild,  an das viele emotional andocken, weil sie sich damit identifizieren können. Keine lahmen Wirtschaftsfakten, die eh keiner versteht, aber vernünftig klingen. Radikale, sachlich falsche Parolen faszinieren mehr als abstrakte Fakten.  Die Remain-Kampagne in UK war einfach nur traurig.

Wie sähe also unser Konzept des Wünschenswerten aus? In Deutschland war es mal Wohlstand für alle. Ist es wahrscheinlich immer noch. Das macht uns am Ende auch stark.

Europa als „Good Brand“ der Welt. Why not?


Europa steht für Freiheit, Gerechtigkeit und zunehmend Frieden. Europa ist der humanistische Kontinent in der Welt. Ist das nicht das Beste, was es auf der Welt gibt?  Es bricht das sozialökologische Jahrhundert an. Mit den Mitteln des Kapitalismus. Nicht dagegen. Technik und Wirtschaft sind Problemlöser gesellschaftlicher Probleme. Nicht mehr und nicht weniger.

Wie wäre es mit einer Mission 2030:  Europa und damit die EU ist der Kontinent mit der höchsten Lebensqualität, der besten Gesundheitsversorgung, der höchsten Bildung und der geringsten Arbeitslosigkeit in der Welt.  Wir bringen Menschlichkeit in die Welt. Europa als der „Good Brand“ der Welt. Why not?

Lohnt es sich nicht, dafür vom Caffé Latte aufzustehen, sich „postironisch“ zu radikalisieren und dafür zu kämpfen? Die Kampfeshymne dazu in unserer inoffiziellen Beethoven–Europa-Hymne „Freude schöner Götterfunke“ haben wir schon. Die Flagge auch schon. Damit meine ich nicht die Deutschlandflagge.

„Kampf statt Unterwerfung“ – das riet uns Matthias Döpfner, Chef des Axel Springer Verlags, am Sonntag nach den Attentaten in Paris in seinem Kommentar in der „Welt“. Recht hat er. Wir müssen uns wehren. Den Kampfplatz nicht den radikalen Links- und Rechtpopulisten überlassen. Wir müssen auch aus unserer Mitte heraus für unsere Werte kämpfen. Aber auf unsere Art!  Als erstes schlagen wir England bei der Fussball-EM. Achtung, Netz-Ironie.

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